Die Geschichte des Live-Streams

Streamen ist, einfach gesagt die Liveübertragung eines Videos über das Internet oder eine andere Netzwerkverbindung. Als Platform dienen dazu verschiedene Streaming-Seiten, über die man sich die Liveübertragungen anschauen kann. Eine dieser Seiten war justin.tv (gibt es nicht mehr), welche 2007 gegründet wurde. Auf Justin.tv konnte jeder mit einer Webcam einen Stream starten, und Content einer breiten Masse bereitstellen. Das Streaming-Portal wurde allerdings häufig dazu verwendet, urheberrechtlich geschütztes Material (Filme bzw. Serien) zu verbreiten.

2011 wurde dann auf Basis der Technologie von justin.tv die Schwesterseite twitch.tv gegründet. Twitch war allerdings nur für das Streamen von Spielen gedacht, und verbot zum Launch jegliche Art von anderen Content. Die Seite wuchs schnell zu einer der größten Seiten des Internets und wurde 2014 von Amazon um 970 Millionen Dollar übernommen.

Nicht nur Amazon hat mit dem Kauf von Twitch einen großen Schritt gewagt, sondern auch andere große Tech-Giganten wie YouTube und Facebook setzten auf das neue Medium Live- Stream. Wir haben für unsere Streams bisher Facebook-Live verwendet, vom Prinzip her ist das Live-Streamen unabhängig von der Platform.

Funktionsweise und Vorraussetzungen für einen Live-Stream

Unabhängig von der Plattform, auf der der Stream später sichtbar ist, gibt es mehrere Vorraussetzungen für das Live-Streamen. Zum Einen wird eine Software, die ausgewählten Content zu einer Streaming-Seite schickt, benötigt, aber auch ein relativ leistungsstarker Rechner. Wir verwenden für Live-Streams das Open Source Programm Open Broadcaster Software (kurz OBS). Das Programm ist für alle gängigen Betriebssysteme (Windows, MacOS, Linux) verfügbar, und wird laufend von einer Community weiter entwickelt. OBS gibt dem Streamer die Möglichkeit einzustellen, was Übertragen wird, welche Kamerawechsel/Szenenwechsel stattfinden sollen und noch viele Einstellungsmöglichkeiten bezüglich Video- und Audioqualität uÄ.

Die Videoqualität ist abhängig davon, wie leistungsstark der verwendete Rechner ist, und wie gut die Internetverbindung, vor allem die Upload-Geschwindigkeit, ist. Ein starker Rechner wird deshalb benötigt, da der Video-Stream permanent neu gerendert werden muss, damit ein flüssiges Bild entsteht. Dazu muss, je nach Einstellung des Live-Streams, die Auflösung neu berechnet werden oder die Qualität reduziert werden, was sehr rechenintensiv ist. Eine gute Upload-Geschwindigkeit ist nötig um den entstandenen Video-Stream ohne Störungen an die Streaming-Platform übertragen zu können.

Der eigentliche Live-Stream

Hat man nun alle Einstellungen fertig und erfüllt die Vorraussetzungen kann das Live-Streamen los gehen. Bei den meisten Plattformen hat man einen eindeutigen Stream-Schlüssel (engl. Key), der es ermöglicht die Videodaten zu schicken. Mit diesem Key kann jeder, der ihn besitzt, auf einem Profil Streamen. Deshalb ist es wichtig, dass niemand den Key bekommt, da diese Person sonst ohne Hindernissen einen Stream unter falschen Namen starten könnte. Auf Twitch hat man immer den selben Schlüssel, es ist also umso wichtiger diesen geheim zu halten.

Bei Facebook-Live ist es möglich auch ohne zusätzlicher Software (OBS) zu Streamen. Allerdings hat man dann viel weniger Kontrolle über die Inhalte, und kann lediglich von einer Webcam/Handy-Kamera einen Videofeed übertragen. Bei einer Übertragung mit OBS benötigt man ebenfalls einen Streaming-Key. Bei Facebook-Live hat jede Übertragung einen eigenen einzigartigen Schlüssel, der für genau einen Live-Stream gültig ist.
Ist der Stream mit dem Schlüssel gestartet kann man unterschiedliche Szenen anzeigen lassen, das Videosignal von mehreren Kameras bzw. Mikrofonen in einer Szene zusammenführen oder z.B. Videos (Intro Szenen, Einspieler oÄ.) abspielen.
In den von uns produzierten Live-Streams haben wir das Get-Active Social Business Award Coaching Wochenende in Stegersbach über Facebook-Live und OBS gestreamt.

Ein typischer Aufbau eines Streams ist eine Intro Szene mit einem Countdown bis zum eigentlichen Stream Start. Oft wird dabei im Hintergrund Musik abgespielt, damit den Zusehern während der Wartezeit nicht langweilig wird. Gefolgt kommt ein kleines Intro-Video (z.B. ein Trailer) oder ein einfacher Szenenwechsel, der den Start des gestreamten bedeutet. Nach dem Video wird der eigentlich Content, meistens mit verschiedenen Kameraperspektiven und verschiedenen Einspielern, gezeigt.
Bei den Streams des GASBA Coaching Wochenendes haben wir im Intro auf den Countdown verzichtet, um nicht zeitlich an einen nahtlosen Präsentationsstart gebunden zu sein.

Dauert ein Stream länger, meistens ab > 1 Stunde, so ist es empfehlenswert kleinere Pausen zwischen den Streams einzulegen. Diese sind ähnlich aufgebaut wie die Intro Szene und sind ebenfalls mit Musik unterlegt. Am Ende gibt es häufig noch ein Abschließendes Video und eine Outro Szene.

Bericht: Hannes Weipert